Die Uhr zeigt Mitternacht. Fernes Rauschen dringt durch die Fenster.

Der Mond steht hoch über dem Vulkan am Himmel. Ich gehe zum kleinen Hafen.
Alle Häuser sind dunkel. Leuchtfeuer blinken stoisch ihr Grün, Rot oder Weiß über das Wasser.

Die Blätter der Bäume und die Palmwedel hängen starr, die Luft ist still. Doch im Hafen kocht das Wasser.
Gelegentlich feuert eine Welle eine hohe Fontaine in den Nachthimmel. Ich weiche einzelnen Schauern und Fluten aus.
Es heißt, jede siebte Welle soll besonders kräftig sein. Ob Wellen zählen können?

Hier ist man weit von allem weg und trotzdem ganz nah dran.
Ob hoch im Norden kalte Sturmtiefs durchziehen oder im tiefen Süden tropische Stürme durch die Hitze mäandern: Sie schicken Dünung hier vorbei, lange, flache und harmlose Wellen.
Treffen diese jedoch auf Felsen, zeigen sie, wer der Stärkere ist. Ihre Gewalt bricht auf Dauer jeden Vulkanstein.

In den meisten Häfen der Inseln hier liegt kein Boot im Wasser.
Sie werden sofort an Land gezogen, die kleineren mit Kränen, die größeren über abenteuerlich steile Slips mithilfe von starken Winden.
Die Leute hier wollen ihre Boote länger nutzten ...

Ich genieße die nächtliche Natur, die frische Luft, den weiten Himmel voller Sterne und dünner Wolken, das kräftige Wasser, das Licht, welches der Mond uns spendet.
Die Fotosession ist vorbei. Ich laufe zurück den Berg hinauf und gehe ins Bett.
Eigentlich ist das, was noch immer durch die Fenster dringt, gelegentlich eher mit Donnern zu beschreiben. Das Meer liefert den Soundtrack eines schönen Endes dieses Tages!