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Startseite › Test & Technik › Gebrauchtmarkt
Gebrauchtmarkt • 05.06.2007
Rüstige Rentner
Canon A-1
Natürlich hat jede Kamera ihren materiellen und ideellen Wert, wobei Käufer, Verkäufer und Sammler sicherlich unterschiedliche Vorstellungen von deren Höhe haben. Der Nutzwert fragt nach dem praktischen Vorteil für den Fotografen: Wie sinnvoll ist eine bestimmte Kamera für meine fotografischen Zwecke? Muss ich mir dafür das teure, aktuelle Topmodell der Firma XY zulegen oder könnte nicht auch eine günstige Gebrauchte aus der jüngeren Vergangenheit meine Ansprüche erfüllen? Wir haben uns auf dem Gebrauchtmarkt einmal umgesehen und zahlreiche Kameras von Kleinbild bis Mittelformat entdeckt, die recht günstig zu haben sind, aber – je nach Anspruch – durchaus auch heute noch fotografische Aufgaben zur vollen Zufriedenheit erledigen können. Wir präsentieren Ihnen Oldies mit Können.
Die A-1 ist der Klassiker unter den modernen Spiegelreflexen von Canon und der krönende Abschluss der vorangegangenen AE-AT-AV-Serie. Die 1978 vorgestellte A-1 bietet mit fünf TTL-gemessenen Automatik-Programmen (Blenden-, Zeit-, Programm-, Arbeitsblenden-Zeitautomatik und Blitzautomatik), Belichtungskorrektur und Messwertspeicherung alles was man heute braucht. Sie war die erste SLR, die völlig auf Digitalelektronik aufgebaut war und darum Zeit und Blende im Sucher als Leuchtzahlen anzeigen konnte. Lange Jahre in großen Stückzahlen verkauft, ist sie heute noch vielfach bei zufriedenen Fotofreunden im Gebrauch. Wer bereit ist, auf Autofokus zu verzichten, hat hier ein zuverlässiges „Arbeitspferd“ mit vielen Möglichkeiten. Ein umfangreiches Objektiv- und Zubehör-Programm (Winder, Motor, Datenrückwand, Balgen, Konverter, Zwischenringe, Fernsteuerung, Blitzgerät usw.) erweitert die Einsatzmöglichkeiten der A-1.
Mamiya M 645
Die Mamiya M 645 hat das Format 4,5x6 im Mittelformat durchgesetzt. Als viele am quadratischen 6x6-Format herumnörgelten, brachte Mamiya 1975 diese handliche System-Kamera mit wohldurchdachtem Zubehör heraus. Zunächst mit 1/500 s, ein Jahr später mit 1/1000 s als M 645 1000 S (Foto) und 1979 die etwas abgespeckte, preiswertere Version M 645J, wieder mit 1/500 s. Lichtschacht-, Prismen- und AE-Sucher (mit Zeitautomatik-BM und Hot Shoe) sorgten von der Sucherseite her für viele Einsatzmöglichkeiten, auf optischer Seite waren es eine Reihe hervorragender und trotzdem preiswerter Objektive und Zwischenringe, Balgengerät und Konverter. Vorgeladene Magazine ermöglichen eine flexible Filmwahl. Die M 645 oder M 645 1000 S sollte mit dem AE-Prismensucher gekauft werden, dann kann sie wie eine KB-SLR benutzt werden. Mit der M 645 hat der engagierte Amateur ein Kamera-System im Mittelformat, das ihm viele Möglichkeiten eröffnet. Es ist der preiswerte Einstieg ins System des Mittelformats: mehr Format zum Preis einer Gebraucht-SLR.
Minolta X-700
Es gibt Fotoamateure, die ihrer X-700 nachtrauern, weil sie diese irgendwann gegen irgendeine Autofokus-Neuheit in Zahlung gegeben haben. Zeit-, Programm-, Blitz-Automatik und umfangreiches System-Zubehör vom Data-Back über Motor-Drive bis zum Fernauslöser – außer Autofokus war alles da. Die X-700 bot schon bei ihrem Erscheinen 1982 einen hohen Gebrauchswert, und wenn ihr heutiger foMAG-Preis höher ist als der vieler AF-Dynax, dann ist das schon bemerkenswert und dokumentiert die Wertschätzung der X-700. Wer zu Minolta neigt, auf Autofokus verzichten kann und an die guten und vergleichsweise preiswerten MD-Objektive denkt, findet mit der X-700 ein schönes Arbeitsgerät.
(Günther Kadlubek/lat)
Rüstige Rentner
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