Dresden, Kunsthalle im Lipisusbau, Georg-Treu-Platz 2
Inszenierte Tafelbilder des Alltäglichen. Jeff Wall stellt in seinen großformatigen Tableaus die „Wirklichkeit“ nach und präsentiert seine Motive oft mit der Ästhetik von Werbeplakaten als Großbilddia im Leuchtkasten. Trügerisch ist hier jedoch der Gedanke einer dokumentarischen und reportagehaften Wiedergabe zufälliger Begegnungen, denn die vermeintliche Momentaufnahme stellt sich bei genauer Betrachtung stets als ein detailreich komponiertes Konzeptbild heraus, das raffiniert oft Vorbilder der Kunstgeschichte aufgreift. Das Ergebnis dieses Spiels mit dem Realen bekommt eine faszinierende narrativ-filmische Aura, die uns stets auch die Definition des Dokuments hinterfragen lässt. Die in Dresden gezeigten Werke des Kanadiers beschäftigen sich mit den Übergängen und der Veränderung im Rahmen historischer, soziologischer und alltäglicher Erfahrungen. Die Kuratoren erkennen angesichts der Transformationen der Elbmetropole während der vergangenen 20 Jahre eine verwandte Stimmung in der Stadt.
Foto: © JeFF Wall: „Search of Premises“, 2009