Vom Reinigungs-Set bis zum Kamera-Adapter

27.04.2010

Zum Lieferumfang eines Fernglases gehören typischerweise ein Trageriemen, eine Tasche und vielleicht noch Okulardeckel. Der Kunde sollte auf weiteres Zubehör aufmerksam gemacht werden, das den Gebrauch des Fernglases bequemer macht, es noch besser schützt oder die Einsatzmöglichkeiten erweitert

Auf ausgedehnten Touren können schmale Standard-Tragegurte schon mal zu Schulter- oder Nackenschmerzen führen besonders wenn das Fernglas kein Leichtgewicht ist. Gut gepolsterte, breite Umhängeriemen sorgen für deutlich mehr Komfort. Die gibt es nicht nur von den Fernglas-Anbietern, sondern auch von manchen Zubehörfirmen. Bekannt sind die gewichtsreduzierenden Tragegurte von OP/TECH USA, die in Deutschland von Novoflex vertrieben werden. Natürlich muss man darauf achten, dass die Art der Gurtbefestigung zum Fernglas passt. Beliebt bei Vogelbeobachtern sind Kreuzgurte, die den Nacken optimal entlasten.
Unterwegs, bei Nichtgebrauch, sollten Ferngläser gut vor Stößen und Kratzern geschützt sein. Über Standardtaschen hinaus werden besonders robuste und wasserfeste Behältnisse angeboten. Kunden, die ein umgehängtes Fernglas stört, finden vielleicht eine passende Gürteltasche. Und für manches edle Taschenglas gibt es ein nob­les Etui aus echtem Leder. Für einige Spektive sind sogenannte Bereitschaftstaschen erhältlich: Das Fernrohr kann samt Tasche auf dem Stativ montiert werden für das Beobachten braucht man nur bestimmte Teile der Umhüllung zu öffnen.
Für den Schutz der Linsenoberflächen bei Transport und Aufbewahrung dienen Objektiv- und Okular-Deckel. Wetterfeste Ferngläser muss man bei Regen nicht gleich wegpacken. Dann ist ein am Trageriemen befestigter Regenschutzdeckel nützlich, der Wassertropfen von den Okularen fernhält und für die Beob­achtung einfach abgezogen wird. Bei aller Vorsicht gelangen früher oder später Staub, Wasserspritzer oder Fingerabdrücke auf die Linsenoberflächen. Damit keine bleibenden Schäden entstehen, ist die baldige Reinigung ratsam. Der Fernglas-Benutzer sollte also mit den nötigen Utensilien wie Blasebalg bzw. Pinsel, Linsenreinigungstuch und eventuell einer Reinigungsflüssigkeit für hartnäckigen Schmutz ausgestattet sein. Manche Fernglas-Hersteller wie Minox, Swarovski und Bushnell haben eigene Reinigungs-Sets zusammengestellt.
 

Stative aller Art

Dass Stative für Fernrohre mit hoher Vergrößerung unverzichtbar sind, ist klar. Auch für Benutzer üblicher Ferngläser kann der Einsatz eines Stativs nützlich sein und die Arme entlasten, z. B. bei ortsfesten Dauerbeobachtungen. Während Spektive immer ein Stativgewinde haben, lassen sich normale Bin­okulare wenn überhaupt nur mit Hilfe von Adaptern aufs Stativ montieren. Befindet sich ein Anschlussgewinde am vorderen Ende des Mitteltriebs (verborgen unter einer Schutzkappe), erfolgt die Verbindung über einen Winkel-Stativ­adapter. Kaum noch zu bekommen sind Halterungen, die den Mitteltrieb umklammern, was nur bei den veralteten, klassischen ­Feld­stechern geht. Flexibler sind Adapter, bei denen das Fernglas auf eine Platte aufgelegt und mit einem Riemen festgespannt wird. Solche Hilfsmittel gibt es von Leica und Zeiss.
Als Fotohändler bieten Sie ohnehin eine große Palette von unterschiedlichsten Stativen an. Einige Fernglas-spezifische Aspekte sollen nicht unerwähnt bleiben. Neben dem klassischen Dreibein-Stativ gibt es zum Beispiel Klemmstative für die Anbringung an Ästen oder teilweise heruntergefahrenen Autofenstern sowie Trekking-Stöcke, die sich als Einbeinstative einsetzen lassen. Dreibeinstative sollten standfest, aber nicht zu schwer sein und müssen auf ausreichende Höhe ausgefahren werden können. Beim Stativkopf ist es wichtig, dass er sich ruckfrei neigen und schwenken lässt und beim Feststellen seine Po­sition nicht verändert. Zu Stativen gibt es wiederum Zubehör wie Tragegurte, Transporttaschen und Stativbein-Polsterungen für das bequeme Tragen über der Schulter.
 

Kamera am Fernrohr

Das Fotografieren durch Fernrohre hat große Bedeutung erlangt. Mit vielen digitalen Kompaktkameras und auch Camcor­­dern kann einfach durch das Fern­­rohr-Okular aufgenommen werden. Als Zubehör ist ein Adapter nötig, der für die sichere axiale Befestigung im richtigen Abstand sorgt. Hier gibt es verschiedene Bauarten. Einige Hersteller bieten Adapterring-Kombinationen an, die am Fernrohr-Okular und mit dem anderen Ende am Filter-/Zubehör-Gewin­de der Kamera befestigt werden. Weil viele Kompaktkameras kein Filtergewinde besitzen, gibt es Fernrohr-Adapter, bei denen die Kamera am Stativgewinde montiert wird. Solche Lösungen passen entweder zu bestimmten Spektiven oder sind universell einsetzbar. Von Vorteil sind Adapter, bei denen sich die Kamera für den schnellen Wechsel zwischen Fotografieren und Beobachten wegschwenken oder rasch abnehmen und anbringen lässt.
Spiegelreflex­kameras werden meistens ohne Objektiv per Adapter anstelle des Okulars fest am Fernrohr angeschlossen. Für die Anpassung an das jeweilige Kamerabajonett kommt oft ein T2-Ring zum Einsatz. Um Verwacklungen zu ver­meiden, ist die Verwendung eines Auslösekabels oder einer drahtlosen Fernauslösung ratsam.

Spezielles Zubehör

Abseits von Taschen und Stativen stößt man nach längerer Suche auf zum Teil sehr spezielles Zubehör. Dazu gehören:
 
Monokular-Vorsätze, die am Okular eines Fernglases angebracht werden und die Vergrößerung erhöhen
Nahvorsätze für Mini-Monokulare (Funktion als kleines Mikroskop)
Augenmuscheln, die Streulicht besser abhalten
Schwimmtrageriemen für wasserdichte Ferngläser
Aufsteckbare Beleuchtung für den Kompass in Marine-Gläsern
Adapter, mit denen sich Astro-Okulare am Spektiv nutzen lassen
Adapter für den Gebrauch von Spektiv-Okularen an Astro-Teleskopen
Polarisationsfilter und kontrastverstärkende Nebelfilter für Astro-Binokulare
Sie können bis zu drei Kameras vergleichen, um eine andere auszuwählen, entfernen Sie eine aus dem Vergleich.
Über den Autor
Josef Scheibel