Wenn die Sonne den Sensor wegbrutzelt

Ein Fotograf experimentiert
25.03.2015

Immer wieder wird darauf hingewiesen, dass direkte Sonneneinstrahlung Sensor und Elektronik einer Kamera beschädigen kann

Hobby-Fotograf Alexander Simchen hat es keine Ruhe gelassen: Kurz vor der Sonnenfinsternis wurde überall eindringlich davor gewarnt, Kamerasensoren und Verschlüsse ohne geeignetnem Sonnenfilter vor dem Objektiv der direkten Sonneneinstrahlung auszusetzen - besonders mit Teleobjektiven.

Weil sein Freund dagegen hielt und diese Meldungen als Panikmache abgetan hat, holte Simchen seine defekte analoge Revueflex SD-1 aus dem Schrank und wagte ein Experiment. Er schraubte ein Soligor 400mm f/6.3 mit M42-Gewinde auf die alte Kamera, setzte beides auf ein Stativ und richtete das Objektiv gen Sonne. Was dann passierte, zeigt eindrucksvoll sein Video:

Hier war es natürlich kein Sensor, sondern 'nur' ein Kunststoff-Verschluss, der dran glauben musste. Und natürlich würde niemand für die Aufnahme der Sonne oder der Sonnenfinsternis so lange ein Objektiv auf die Sonne richten. Aber auch schon ein kurzer Schwenk kann ohne Filter Schaden anrichten - insbesondere auf der eigenen Netzhaut, wenn man dabei durch den Sucher seiner Spiegelreflexkamera guckt!

Doch der Verlockung stattdessen durch den Live View in Ruhe dem Verlauf der Sonne zu folgen, sollte man widerstehen: Davon kann nicht nur der Sensor Schaden nehmen. Durch die große Hitzeentwicklung kann auch die Elektronik der Kamera ruiniert werden. 

Kurze Belichtungszeiten und Belichtungen mit Sonnenfiltern sind dagegen unbedenklich. Und die sind sicher praxisnäher.

Zum Fotografen

Alexander Simchen aus Sebnitz in der Sächsischen Schweiz ist Hobbyfotograf und vielseitig interessiert. Er experimentiert mit High-Speed-Fotografie, liebt aber auch die Landschaftsfotografie und arbeitet derzeit an einem Timelapse-Video seiner Heimat.

Sie können bis zu drei Kameras vergleichen, um eine andere auszuwählen, entfernen Sie eine aus dem Vergleich.
Über den Autor
Sandra Schink

Sandra Schink arbeitete seit den frühen 1990ern als Fotoreporterin für BILD, EXPRESS und die Westdeutsche Zeitung. Seit 1996 nutzt sie das Internet als Netzwerk-, Recherche- und Blogplattform und hat als Community Managerin Foren und Communities betreut, darunter bei stern die VIEW Fotocommunity. Von 2014 bis Herbst 2015 war sie Online Redakteurin beim fotoMAGAZIN.