Sony: Vollformat-Flaggschiff SLT Alpha 99

12.09.2012

Das neue Vollformatmodell Alpha 99 setzt sich an die Spitze von Sonys Kamera-Portfolio und bringt ein neues und bislang einmaliges Hybrid-Phasen-Autofokussystem mit.

Vier Jahre nach der Alpha 900 hat Sony eine neue Vollformatkamera vorgestellt, die mit der älteren Schwester wenig gemein hat. Die Alpha 99 ist in SLT-Bauweise gefertigt, das heißt sie nutzt einen halbtransparenten feststehenden Spiegel, der das Autofokus-Modul und den Sensor ständig zeitgleich mit Licht versorgt. Der Sensor und das Tiefpassfilter davor sind neu entwickelt, Sony bleibt aber bei einer Auflösung von 24,3 Megapixeln und erteilt damit all denen eine Absage, die auf ein 36-Megapixel-Modell spekuliert hatten.

 

Autofokus mit über 100 Messpunkten

Das Autofokusmodul ist ebenfalls komplett renoviert worden und besteht aus zwei sich ergänzenden Phasen-AF-Systemen. Dabei kombiniert Sony ein klassisches Phasen-System mit 19 AF-Feldern (davon elf Kreuzsensoren) und 102 Fokus-Sensorpixel, die in den Aufnahmesensor integriert sind. Durch die Kombination der klassischen Fadensensoren und der zahlreichen Fokuspunkte auf Aufnahmeebene kann Sony in der Alpha 99 als Ergänzung zu AF-S (Einzel-AF) und AF-C (Kontinuierliche Fokussierung) einen neuen AF-Modus anbieten: AF-D. Das D steht für Distance (deutsch: Entfernung). Der Fotograf legt in diesem Modus einen Entfernungsbereich fest, in dem der Fokus scharf stellt (von-bis), sodass etwa beim Verfolgen eines Sportlers vor einer Kulisse der Fokus nicht versehentlich ins Publikum springt und man so wertvolle Sekunden und Fotos vom Hauptmotiv verliert. Beim Verfolgen des Motivs kombiniert die Alpha 99 die Fähigkeiten des klassischen Phasen-Sensors, um die Entfernung anzupassen, während die Hilfssensoren auf dem Sensor das Motiv durchs Bildfeld verfolgen.

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Das Display der Alpha 99 kann aus- und hochgeklappt werden. So kann es an der Ober- und Unterseite der Kamera gedreht werden

 

Optimierter E-Sucher und robustes Gehäuse

Der Phasen-AF-Sensor ist oberhalb des Spiegels angebracht und die Kamera hat statt eines optischen einen elektronischen Sucher. Dieser basiert auf der Sucher-Technologie der Alpha 77, kann nun aber im Farbton angepasst werden. Außerdem stellt er sich beim Anschluss von DT-Objektiven, die das Vollformat nicht komplett ausleuchten, automatisch auf das kleinere Bildfeld um.
Das Gehäuse der Alpha 99 ist aus Magnesium-Legierung gefertigt und mit schlagfestem Kunststoff überzogen. Dichtungen schützen die Kamera vor Staub und Spritzwasser. Verglichen mit der Alpha 900 ist die Versiegelung am Akkufach deutlich verbessert worden. Der neue optionale Batteriegriff mit Hochformatauslöser greift nicht mehr in das Gehäuse. Damit ist eine Schwachstelle beim Wetterschutz ausgemerzt und die neue Kombination lässt sich nun mit drei statt bisher nur mit zwei Akkus nutzen. Die Griffmulde der Alpha 99 ist angenehm tief und die Knöpfe haben unterschiedliche Höhen und Größen, sodass ein blindes Bedienen der Kamera nach kurzer Eingewöhnung problemlos funktioniert. Der Verschluss von Sonys Flaggschiff ist nun auf 200.000 Auslösevorgänge ausgelegt (Alpha 900: 100.000). Das 3,0-Zoll-Display des Flaggschiffs hat die gleiche Beweglichkeit wir das der Alpha 77: Es ist zweifach ausklappbar und kann an der Kameraober- oder unterseite gedreht werden. Der Bildschirm der 99 nutzt aber die sogenannte White-Magic-Technologie, die das Display um weiße Pixel ergänzt und so die Helligkeit erhöhen soll es soll doppelt so hell sein, wie das LCD der Alpha 77.
Dank eines neuen Blitzschuhs mit elektronischer Buchse, der Geräte mit Standard-ISO-Anschluss aufnimmt, erweitert Sony mit der Alpha 99 die Möglichkeiten für Zubehör. Ein Adapter für den bislang genutzten Sony-eigenen Blitzschuh wird mitgeliefert, sodass Besitzer von älterem Zubehör dieses auch an der Alpha 99 nutzen können.

 

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an dem Standard-Zubehör Anschluss findet

Video-Profi

Für die Alpha 99 nutzt Sony bei Bewegtbildern die Kompetenzen des Unternehmens. Während die Alpha 900 nicht mal einen Live-View-Modus anbot, stellt sich die Nachfolgerin als Video-Profi dar. Ihr Full-HD-Videomodus entspricht den AVCHD-2.0-Standards und zeichnet bis zu 60 Vollbilder pro Sekunde bei einer maximalen Datenrate von 28 MBit auf. Für Anpassungen steht an der Front ein so genannter Silent Multi Controller zur Verfügung. Diese Kombination aus Drehrad und Knopf erlaubt das lautlose Anpassen der Parameter während der Aufnahme. Videos können in den Belichtungsmodi P, Av, Tv und manuell gedreht werden. Parallel zur Aufnahme auf Speicherkarte gibt die Alpha 99 das unkomprimierte Videosignal an den HDMI-Port weiter. Neben dem integrierten Stereo-Mikrofon kann der Videograf über die neue Zubehörschnittstelle auch einen externen Stereo-Audiocontroller anschließen, der über zwei XLR-Schnittstellen verfügt (rund 800 Euro).

 

Geschwindigkeit und Speichermedien

Die maximale Bildfrequenz der Alpha 99 gibt Sony mit maximal sechs Bilder pro Sekunde bei voller Auflösung an (12 Raws, 29 JPEGs in Folge). Bei reduzierter Auflösung soll die Vollformatkamera auch zehn Bilder pro Sekunde schaffen, allerdings werden die Belichtungs- und Schärfeinformationen dann vom ersten Bild für die Serie übernommen. Für die Aufnahme stehen bei der Alpha 99 zwei Speicherkarten-Steckplätze zur Verfügung: Beide sind passend für SD(XC)-Karten, einer ist als Dual-Slot ausgelegt und nimmt auch Sonys Memory Stick auf.

Sonys SLT Alpha 99 wird ab November 2012 für rund 2800 Euro im Handel sein. Der passende Handgriff schlägt mit rund 400 Euro zu Buche.

 

Sie können bis zu drei Kameras vergleichen, um eine andere auszuwählen, entfernen Sie eine aus dem Vergleich.
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tamar.stern