Panasonic Lumix GH5 kommt mit 4K und 6K

Preis: ca. 2000 Euro
04.01.2017

Panasonics neues Flaggschiff Lumix GH5 punktet sowohl im Foto- als auch im Videobereich. Wir hatten die Kamera, die im März auf den Markt kommen soll, schon kurz in der Hand und am Auge

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Panasonic Lumix GH5

Parallel zur Kamera kommt auch das neue Leica-Zoom 2,8-4/12-60 mm Power O.I.S. auf den Markt

Bild: Panasonic

Bereits Anfang Dezember stand uns eine funktionsfähige Lumix GH5 für rund eine Stunde zur Verfügung – Belegbilder durften wir wegen des frühen Vorserienstatus allerdings noch nicht machen. Die GH5 ist für eine Micro-Four-Thirds-Kamera voluminös (138,5 x 98,1 x 87,4 mm, 645 g), was den Vorteil hat, dass die Bedienelemente relativ groß und ergonomisch sind. Das Magnesiumgehäuse ist staub- und spritzwassergeschützt und – das ist neu – bis -10 Grad frostsicher. Für die Bedienung gegenüber der Lumix GH4 ist ein Joystick hinzugekommen. Das Autofokusmessfeld lässt sich aber wie bisher auch per Touchscreen verschieben. Der dreh- und schwenkbare Monitor fällt mit einer Diagonale von 3,2 Zoll größer aus als in der GH4 und löst auch höher auf (1,62 Millionen Bildpunkte, RGBW-Farbpanel). Ein absolutes Highlight ist der sehr große und hochauflösende OLED-Sucher. Mit einer Vergrößerung von 0,76x gehört er zu den größten am Markt; seine Auflösung von 3,68 Millionen Punkten wird aktuell nur von der Leica SL überboten (4,4 Mio. Punkte). Zum Sichern der Daten stehen nun zwei SD-Kartenslots zur Verfügung, die beide kompatibel zu UHS-II-Karten sind. Ein Blitz ist nicht eingebaut. Neben einem Blitzschuh gibt es auch eine Blitzsynchronbuchse.

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Panasonic Lumix GH5

Lumix GH5 mit dem optionalen Batteriegriff BGGH5

Bild: Panasonic

Verbesserte Bildqualität

Umfangreich fallen die Neuerungen bei den inneren Werten aus. Der neue Bildsensor hat 20 Megapixel und kommt ohne Tiefpassfilter aus. Die JPEG-Bildqualität will Panasonic auch durch eine verbesserte Farbinterpolation und Farbreproduktion, eine natürlichere Kantendarstellung und eine optimierte Rauschunterdrückung verbessert haben. Für die Bildaufbereitung, die Videoperformance und die hohe Geschwindigkeit sorgt der neue Bildprozessor Venus Engine 10.

Wie fast alle neuen G-Systemkameras ist auch die GH5 mit einem 5-Achsen-Bildstabilisator in der Kamera ausgestattet, der mit dem Bildstabilisator im Objektiv zusammenarbeitet – für Brennweiten über 120 mm soll der Objektivstabilisator effektiver sein. Panasonic verspricht eine Effektivität von fünf Blendenstufen. Der überarbeitete Verschluss ist für eine Belichtungszeit von 1/8000 s ausgelegt und soll deutlich vibrationsärmer sein als in der GH4; per elektronischem Verschluss sind auch 1/16.000 s und das lautlose Auslösen möglich.

Weiterentwickelt hat Panasonic auch den Kontrast-Autofokus. Er hat nun 225 Messfelder und wird von einer verbesserten DFD-(Depth from Defocus)-Technologie unterstützt. Auch die Autofokus-Ansteuerung ist schneller geworden (480 fps). Die Verbesserungen sollen jetzt Serien mit 9 statt 7 Bildern/s und Autofokus-Nachführung ermöglichen. Ohne Nachführung schafft die GH5 12 Bilder/s, der Raw-Puffer reicht für mindestens 100 Aufnahmen in Folge. Von Profi-SLRs abgeguckt hat sich Panasonic die Konfigurationsmöglichkeiten des AFs. So gibt es vier Presets für verschiedene Bewegungsarten, die sich manuell anpassen lassen. Unter anderem kann man festlegen, wie schnell der Autofokus von einem in das Bild laufenden Objekt abgelenkt wird.

Video: 4K, 6K und HDR

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Panasonic Lumix GH5

Die Kamera lässt sich auch über den Touchscreen bedienen

Bild: Panasonic

Ein Schwerpunkt sind die Videofunktionen. So ist die GH5 die erste Fotokamera, die 4K (3840 x 2160 Pixel) mit 60 Bildern/s aufnimmt – und das ohne Crop, also bei vollem horizontalen Bildwinkel der Objektive. Im Cinema-4K-Modus (4096 x 2160 Pixel) sind 24 Bilder/s möglich. Die Standard-Datenraten liegen bei bis zu 150 MBits/s; per Firmware-Update sollen später sogar 400 MBits/s für 4K-Videos mit Einzelbildkomprimierung (All-I) möglich sein. Ein für April angekündigtes Firmware-Update soll außerdem eine 4:2:2-Farbunterabtastung (statt 4:2:0) mit 10 Bit Farbtiefe (statt 8 Bit) ermöglichen – ausgenommen bleibt hier die interne Aufzeichnung in 4K/60/50p auf Speicherkarte, bei der es bei 4:2:0 mit 8 Bit bleibt. Per Firmware-Update sollen weiterhin „Hybrid Log Gamma“ für HDR-Videos, Full-HD im anamorphen Modus und USB-Tethering nachgrüstet werden. Mit Full-HD-Auflösung kann die GH5 Zeitlupen mit bis zu 180 Bildern/s aufnehmen. Eine Aufzeichnung per HDMI auf einem externen Rekorder ist natürlich möglich und auch diverse Profifunktionen wie Time-Code-Ausgabe, spezielle Gammaeinstellungen (Cinelike D, Cinelike V und Like 709 sind integriert, V-LogL lässt sich kostenpflichtig nachrüsten), Synchro Scan, Farbbalken und ein Audio-Referenz-Signal sind vorhanden. Die Länge der Videos ist nicht mehr auf die sonst üblichen knapp 30 Minuten begrenzt. Den Ton hat Panasonic unter anderem durch eine neue Rauschunterdrückung für das interne Mikrofon verbessert.

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XLR-Mikrofon-Adapter XLR1

Über den XLR-Adapter lässt sich das Audiosignal auch aussteuern

Bild: Panasonic

Eine noch höhere Auflösung als 4K ermöglichen die neuen 6K-Fotofunktionen. Hierbei werden kurze Videos mit 30 Bildern/s und 18 Megapixeln aufgenommen. Alternativ steht auch weiter 4K Foto zur Verfügung, jetzt aber mit 60 statt 30 Bildern/s. Verzerrungen durch den Rolling-Shutter-Effekt sollen sich herausrechnen lassen. Wie bisher lassen sich die 4K/6K-Foto-Funktionen nutzen, um beispielsweise schon vor dem Auslösen aufzunehmen („4K Pre-Burst“), die Schärfeebene nachträglich zu wählen („4K Post-Focus“) oder bei Makroaufnahmen aus den verschiedenen Schärfeebenen eine Aufnahme mit großer Schärfentiefe zu generieren („Focus-Stacking“). Aus den Videoclips lassen sich anschließend einzelne Frames als JPEG-Dateien speichern.

Neues Zubehör

Weitere Merkmale der Lumix GH5 sind Wi-Fi, Bluetooth, USB 3.1 und neues Menü-Layout. Als Zubehör gibt es unter anderem den Batteriegriff BGGH5 und den XLR-Mikrofon-Adapter XLR1. Die Lumix GH5 ist ab Anfang März für rund 2000 Euro erhältlich.

 

Sie können bis zu drei Kameras vergleichen, um eine andere auszuwählen, entfernen Sie eine aus dem Vergleich.
Andreas Jordan
Über den Autor
Andreas Jordan

Andreas Jordan ist Mediendesigner und arbeitet seit 1994 als Redakteur und Autor mit den Schwerpunkten Multimedia, Imaging und Fotografie für verschiedene Fach- und Special-Interest-Magazine (u. a. Screen Multimedia, Computerfoto, MACup). Seit 2003 ist er Redakteur beim fotoMAGAZIN und leitet dort seit 2007 das Ressort Test & Technik.