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Canon EOS-1D X Mark II
Canon EOS-1D X Mark II

Canon stellt Profi-SLR EOS-1D X Mark II vor

Mit 4K-Modus
02.02.2016

Canons neue Profi-SLR EOS-1D X Mark II löst nicht nur die EOS-1D X, sondern auch die Video-SLR EOS-1D C ab. Entsprechend punktet sie neben schnellen Serienbildern und einem verbesserten Autofokus, auch mit einem herausragenden 4K-Videomodus. Wir hatten die Kamera bereits in der Hand

 

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Canon EOS-1D X Mark II

Im kurzen Praxischeck konnten wir uns bereits einen ersten Eindruck von der Canon EOS-1D X Mark II verschaffen

Äußerlich gibt es kaum Unterschiede zur vier Jahre alten Vorgängerin EOS-1D X – lediglich der Sucherhügel sieht wegen des neu integrierten GPS-Moduls etwas anders aus. Unter der Haube sind die Neuerungen allerdings erheblich. Die Sensorauflösung hat Canon ähnlich wie Nikon bei der D5 auf gut 20 Megapixel (präzise: 20,2, Nikon: 20,8) angehoben, die Empfindlichkeit reicht von ISO 100 bis 51.200 (erweiterbar bis 50 und 409.600) – Nikon geht hier weiter (100 bis 102.400, erweiterbar bis 50 und 3,28 Millionen). Der von Canon selber produzierte Sensor soll einen verbesserten Dynamikumfang haben und beim Aufhellen von Schattenpartien kein Banding mehr zeigen. Für ausreichend Rechenleistung sorgt der neue Dual-DIGIC-6+-Bildprozessor.

Verbesserter AF

Wesentliche Verbesserungen zeigen sich beim Autofokus. Dieser hat zwar wie bisher 61 Messfelder, davon 41 Kreuzsensoren, ist nun aber empfindlicher. So sind die mittleren AF-Sensoren bis -3 EV funktionsfähig (bisher -2). Noch wichtiger dürfte sein, dass 21 Kreuzsensoren auch bei einer Lichtstärke von f/8 noch arbeiten. Wir konnten dies mit dem EF 4,5-5,6/100-400mm L IS II USM mit Extender 1,4x III bereits überprüfen: Die Kombination fokussierte trotz Vorserienstatus der Kamera schnell über das gesamte AF-Feld, das übrigens gegenüber der EOS-1D X etwas größer geworden ist. Auch die Tracking-Fähigkeit hat Canon beim AI Servo AF III+ verbessert. So soll er bei unerwarteten Bewegungen des Motivs schneller reagieren und bei wiederkehrenden Motivsituationen lernen. Der Autofokus wird vom neuen Belichtungsmesssensor mit 360.000 RGB-Pixeln (bisher 100.000 RGB-Pixel) und Infrarot-Empfindlichkeit unterstützt, der beispielsweise Farben und Gesichter identifizieren kann.

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Canon EOS-1D X Mark II

Der 3,2-Zoll-Monitor löst nun 1,62 Mio. Punkte auf

Serien nimmt die Kamera laut Datenblatt mit AF- und AE-Nachführung mit bis zu 14 B/s auf, wobei sich mit einer CFast-Speicherkarte 170 Raws in Folge aufnehmen lassen sollen; drosselt man die Geschwindigkeit auf 12 B/s (wie bei der Nikon D5), so sollen sogar 500 Raws in Folge möglich sein (bei der Nikon D5: 200). Damit die Mechanik die hohe Serienbildrate mitmacht, hat Canon den Spiegelmechanismus überarbeitet, der nun, ähnlich wie in der EOS 5Ds, geringere Erschütterungen verursacht. Im Live-View ohne AF/AE-Nachführung schafft die EOS-1D X II sogar 16 Bilder/s. Neben einem CFast-Einschub bringt sie auch weiterhin einen CompactFlash-Slot mit.

4K extrabreit

Im Vorteil ist die EOS-1D X II gegenüber der Nikon D5 bei der Videoaufzeichnung: So nimmt sie 4K gemäß dem DCI-Standard (Digital Cinema Initiative) auf, also mit 4096 x 2160 Pixeln und einem Seitenverhältnis von 17:9. Auf einer CFast-Karte gelingt dies sogar mit 60 Bildern/s – Einzelbilder lassen sich in der Kamera mit 8,8 Megapixeln speichern. Bei Full-HD sind 120 Bilder/s für Zeitlupen möglich. Mikro- und Kopfhörer-Schnittstellen sind selbstverständlich vorhanden. Die maximale Länge der Clips liegt in allen Auflösungen bei knapp 30 Minuten. Weiterhin bietet die Kamera einen Clean-HDMI-Ausgang, über den Full-HD-Daten mit 4:2:2-Farbabtastung und 8 Bit Farbtiefe ausgegeben werden.

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Canon EOS-1D X Mark II

Neben dem Blitzschuh sieht man das integrierte GPS-Modul

Um den Autofokus auch beim Video nutzbar zu machen, hat Canon der EOS-1D X II erstmals im Vollformat einen Dual Pixel CMOS AF (DPAF) spendiert. Bei dieser aus der EOS 70D und EOS 7D Mark II bekannten Technologie lassen sich 80 Prozent der Sensor-Pixel komplett für eine Phasen-Detektion nutzen. Wir konnten uns bereits davon überzeugen, dass damit auch mit Objektiven mit USM-Antrieb eine sanfte Fokusverlagerung beim Filmen ohne störendes Pumpen möglich ist – bisher konnte der DPAF vor allem bei Objektiven mit Schrittmotoren (STM) überzeugen. Beim Verlagern des AF-Messfeldes im Live-View/Video hilft übrigens der erstmals im EOS-Vollformat integrierte Touchscreen. Der Monitor hat wie gehabt eine Diagonale von 3,2 Zoll, nun aber eine höhere Auflösung von 1,62 Mio. Punkten (vorher 1,04, Nikon D5: 2,36 Mio. Punkte).

Weitere Funktionen der EOS-1D X Mark II sind ein integrierter Raw-Konverter, der neue Bildstil „Finedetail“, USB 3.0, eine Gigabit-LAN-Schnittstelle, eine Akkulaufzeit von von 1200 Bildern (nach CIPA-Standard) und eine Flackererkennung, die bei Leuchtstoffröhrenlicht im hellsten Moment auslöst.

Während das Geotagging jetzt eingebaut ist (neben GPS wird auch das russische GLONASS und das japanische Michibiki unterstützt), ist für die Funkübertragung weiter ein externes Modul erforderlich. Das neue WFT-E8 unterstützt den schnelleren 802.11ac-Standard und lässt sich auch über die Smartphone/Tablet-App von Canon ansteuern; das „alte“ WFT-E6 ist aber weiter kompatibel.

Die EOS-1D X Mark II soll ab Mai für ca. 6300 Euro erhältlich sein.

Video von Canon zu den Fotofunktionen:

Video von Canon zu den Videofunktionen:

Sie können bis zu drei Kameras vergleichen, um eine andere auszuwählen, entfernen Sie eine aus dem Vergleich.
Andreas Jordan
Über den Autor
Andreas Jordan

Andreas Jordan ist Mediendesigner und arbeitet seit 1994 als Redakteur und Autor mit den Schwerpunkten Multimedia, Imaging und Fotografie für verschiedene Fach- und Special-Interest-Magazine (u. a. Screen Multimedia, Computerfoto, MACup). Seit 2003 ist er Redakteur beim fotoMAGAZIN und leitet dort seit 2007 das Ressort Test & Technik.