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Prisma App Aufmacherbild
© Anne Schellhase

Prisma App: Der Hype um die Foto-App made in Russia

Picasso, Munch & Co. to go
12.07.2016

Die Ergebnisse der Prisma App gehen derzeit viral durch alle sozialen Netzwerke: Fußball-Stars motzen so ihre besten Turnier-Schnappschüsse auf und Bild-Herausgeber Kai Diekmann ernennt Prisma zu seiner neuen Lieblings-Foto-App. Wir geben Ihnen einen kurzen Überblick

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Prisma App: Fertiges Ergebnis nach Anwendung des Filters "Dream"

Prisma App: Fertiges Ergebnis nach Anwendung des Filters "Dream"

© Anne Schellhase

Die neue Prisma App erfreut sich derzeit einer rasant wachsenenden Beliebtheit. Nicht nur Promis teilen fleißig ihre Ergebnisse à la Munch, Mondrian und Lichtenstein. So können Bilder mit nur wenigen Handgriffen in kleine Kunstwerke verwandelt werden.

Die Handhabung ist sehr simpel und erklärt sich von selbst: Ähnliche wie bei anderen Foto-Apps wählen Sie zunächst das gewünschte Bild aus Ihrer Galerie aus – oder machen direkt ein neues Foto mit der Smartphone-Kamera – und bestimmen den Bildausschnitt. Anschließend haben Sie die Wahl zwischen 34 verschiedenen Kunst-Filtern. Die fertigen Ergebnisse können dann direkt via Instagram und Facebook geteilt, aber auch auf dem Smartphone gespeichert werden.

Was unterscheidet Prisma von anderen Foto-Apps?

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Prisma App: Fertiges Ergebnis nach Anwendung des Filters "#FollowMeTo"

Auch diese kleine Pizzaschlacht wirkt mit "#FollowMeTo" wie gemalt

© Anne Schellhase

Der Unterschied zwischen Prisma und anderen Apps liegt in der Art und Weise, wie die Bilder aufbereitet werden. So setzen die russischen Hersteller auf neuronale Netzwerke, ähnlich wie sie auch schon bei Deep Dreams von Google zum Einsatz kommen. Während die Filter anderer Apps statisch auf das Original gelegt werden, rechnet hier ein bestimmter Algorithmus die Bildinformationen so um, dass ein neues Bild gemalt bzw. gezeichnet wird.

Da selbst die modernsten Smartphones für diesen Vorgang sehr viel Rechenleistung benötigen würden, werden die Bilder in die Cloud des Anbieters geladen und von dort aus bearbeitet. Beachten sollten Sie hierbei, dass das Laden in die Cloud des Herstellers auf Kosten Ihres eigenen Datenvolumens geht: Die Verwendung im Wlan-Netz wäre von Vorteil.

Prisma ist kostenlos erhältlich, derzeit jedoch nur für iOS-Geräte verfügbar. Man arbeite derzeit an einer Version für Android-Nutzer, so die Hersteller.

Wie sieht es mit den Bildrechten aus?

Ähnlich wie bei anderen Apps und sozialen Netzwerken – beispielsweise Instagram – ist auch bei Prisma Vorsicht geboten wenn es um die eigene Privatsphäre geht. Die Originaldateien würden laut Hersteller zwar nicht gespeichert, lägen jedoch in einem Format vor, welches sicherheitshalber für einen gewissen Zeitraum zwischengespeichert wird.

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Prisma App: Fertiges Ergebnis nach Anwendung des Filters "#FollowMeTo"

Der Filter "#FollowMeTo" lässt das Ergebnis wie ein Gemälde auf grobem Aquarell-Papier erscheinen

© Tamara Skudies

Außerdem behält sich der Hersteller das Recht vor, Nutzerdaten mit Dritten zu teilen und weist in seinen Datenschutzbestimmungen auch darauf hin. Konkret bedeutet dies, dass der Nutzer zwar der Urheber seiner eigenen Bilder bleibt, zugleich aber große Teile seiner Nutzungsrechte abgibt. Denn dem Hersteller wird automatisch die Erlaubnis erteilt, erstellte Bilder – beispielsweise für Werbezwecke – zu nutzen. Dies sorgt zunächst zwar für einigen Unmut, ist aber bei Instagram & Co. schon geraume Zeit Gang und Gebe. 

 

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Über den Autor
Anne Schellhase

Das jüngste Mitglied der fotoMAGAZIN Redaktion ist Anne Schellhase. Die studierte Sozialpädagogin fotografiert leidenschaftlich, vor allem analog, gerne als Lomographin - was in der Redaktion immer wieder zu interessanten Debatten führt. Anne kümmert sich um unseren Online-Auftritt und ist meist die Erste, die antwortet, wenn Sie auf dieser Seite kommentieren oder uns über Social-Media-Kanäle kontaktieren.