Uwe Dittmann kennt die Doppelaugen in- und auswendig
© Lars Theiß
Alles wie gehabt? Fast!
Rund zehn bis fünfzehn Stück der über viele Jahre kleinsten Kamera der Welt für 135-mm-Film verlassen im Monat die Manufaktur. Vom Auftrag bis zur Lieferung vergehen normalerweise etwa vier Wochen, „aber das geht auch schneller, denn wir arbeiten hier praktisch auf Zuruf“, erklärt Hartje. Das weitere Sortiment der DHW Fototechnik liest sich fast wie der Franke & Heidecke-Katalog. Das jüngste Kind, die für Rollfilm und Digitalrückteile von Leaf und Sinar konzipierte Rolleiflex Hy6, ist darin in der analogen und modifizierten Variante ebenso enthalten wie die 6008 AF und die 6008 Integral 2 aus dem 6000er-System. Die drei Versionen der zweiäugigen Rolleiflex – die 2,8 FX, das Weitwinkelmodell 4,0 FW und das Telemodell 4,0/FT plus Sonderserien – werden wieder gebaut, auch die Fachkamera X-Act 2 und die Diaprojektoren Rolleivision 66 dual P, MSC 315, MSC 325 P und MSC 535 P sind lieferbar. Jeweils natürlich mit dem Systemzubehör und Objektiven. „Wir wollen nicht nur Ausverkäufer des Insolvenzverwalters sein“, bekräftigt Geschäftsführer Hartje und weist auf das neue 6x6-Magazin zur Hy6 sowie die beiden Objektive 150 und 120 Millimeter hin, die noch in diesem Jahr erscheinen. Zur Hy6 wird es zudem einen neuen Akku geben. Laut Hartje produziert die DHW auch Komponenten für andere Kamerahersteller.
Behutsamer Aufbau
Zum Unternehmen mit reicher Tradition passt es beinahe, keinen Auftritt im Internet zu haben. „Die Kunden wissen, wo sie uns finden“, schmunzelt Hans Hartje, ergänzt aber sogleich, dass die eigene Webseite in Arbeit ist und noch in diesem Jahr online gehen soll.
„Das erste Jahr ist für uns sehr zufriedenstellend gewesen“, sagt Hartje, auch die photokina 2010 verlief erfolgreich. Vornehmlich in Südostasien finden die Kameras von DHW guten Absatz. „Wir wissen, dass wir nur eine Nische bedienen, aber das hat auch seine Vorteile.“ Ein Messen mit den Großen der Branche hat sich die DHW jedenfalls nicht auf die Fahnen geschrieben. Vorerst bleibt der Schuster bei seinen Leisten. Einen Versuch ist es allemal wert.
Lars Theiß