Was sehen wir hier eigentlich? Elefanten im Seniorenheim, schlappe Jugendliche beim TV-Glotzen im Schloss? Es ist schon eine seltsam unwirkliche Welt, in der so wirklich nichts zusammen gehören will. Einsame alte Menschen verharren statisch in einem permanenten Dämmerzustand. Das Interieur der Räumlichkeiten verwirrt unsere Sinne mit einem seltsamen Muster- und Materialmix aus Alt und Neu, Historie und Gegenwart, aus Marmor und Holz. „Die Geschichte, diese absurde Konstellation in meinen Bildern, entwickelt sich aus dem Verhältnis der Abgebildeten zum Raum”, sagt Frank Herfort, der in Moskau diese Motive seines Projektes „Blue Sky“ inszeniert hat. Meist tritt er mit seiner Sinar F2-Großbildkamera ein wenig zurück und saugt diese Räume distanziert in seine Bilder. Über die eigentliche Funktion dieser Orte lässt er uns bewusst im Unklaren. Wir spüren: Hier ist die Zeit geronnen, hinterfragen unsere Wahrnehmung, wollen mehr über die Abgebildeten wissen. Wer sind diese Gestrandeten, die sich hier, an diesen nicht genauer definierten Orten in einer Art Wachkoma verlieren? Herfort sucht sich diese denkwürdigen Orte in Moskaus öffentlichem Raum. Hier findet er auch die Akteure seiner Tableaus, bittet sie, für ihn zu posen.