Expertenthemen
Weitere Antworten zum Thema
finden Sie sortiert nach folgenden Stichworten:
13.02.2010
Bilder vom Mond
Was muss ich beachten, wenn ich den Mond fotografieren möchte? Dagmar Döring
Markus Linden antwortete
Besondere Einstellungen an der Kamera sind nicht nötig, da der Mond das Sonnenlicht reflektiert und daher wie am Tage fotografiert wird. Allerdings kann der Belichtungsmesser irritiert werden, da es einen sehr hellen Bereich (Mond) und einen sehr dunklen (der Rest) gibt. Im Zweifel stellen Sie die Kamera auf „manuell“ und wählen Blende 5,6 bei ca. 1/60 s. Eventuell die Zeit verkürzen auf 1/125 s, falls der Mond zu hell wird. Empfehlenswert ist ein Stativ, da Sie weit heranzoomen müssen. Sie sollten mit Fernauslöser oder Selbstauslöser fotografieren, da Sie beim Auslösen der Kamera verwackeln, selbst wenn diese auf einem Stativ befestigt ist. Bei einer SLR bringt die Spiegelvorauslösung eventuell einen Tick mehr Schärfe. Markus Linden
29.07.2009
Langfristige Datensicherung in der Digitalfotografie
Durch wechselnde Datei-Formate ist eine wirklich zukunftssichere Archivierung von Digitalfotos kaum möglich, wenn die
heute verwendeten Bilddateien in einigen Jahren nicht mehr zu lesen sein sollten.
Dazu kommt eine Störanfälligkeit der Hardware; ist die Fotografie auf Film
nicht viel sicherer?
Torsten H. Grün
Markus Linden antwortete
Die Archivfestigkeit ist nur selten ein Argument für die chemisch-basierte Fotografie. Denn nichts hindert Sie daran,
Ihre Fotos entweder per Inkjet zu drucken, oder aber – in Bezug auf die
Archivfestigkeit besser – auf Fotopapier ausbelichten zu lassen.
Jeder Amateur, der ehrlich zu sich selber ist, wird die Zahl der belichtenswerten Aufnahmen eingrenzen können, so dass
die Kosten unter denen konventioneller Film- und Abzugsentwicklung liegen.
Künstler können ihre digitalen Aufnahmen übrigens (in digitaler Form, also
binär codiert) auf archivoptimierten Mikrofilm belichten lassen.
Im Übrigen ist der Vorteil der digitalen Archivierung nicht zu unterschätzen: Daten können leicht kopiert und an zwei
verschiedenen Orten aufbewahrt werden – wer jemals einen Wohnungsbrand oder
eine Überschwemmung erlebt hat, wird dies würdigen. Ansonsten bin ich sicher,
dass aufmerksame Archivare genügend Gelegenheit haben, digitale Fotos auf neue
Medien und in neue Formate umzukopieren.
Markus Linden
23.02.2009
Polfilter linear oder zirkular
Ich möchte mir für meine Spiegelreflexkamera Canon EOS 350D ein Polarisationsfilter kaufen. Dabei bin ich auf die Begriffe „zirkulare“ und „lineare“ Polfilter gestoßen und frage mich: Was macht den Unterschied aus und welcher ist das richtige für mich? Wolf Ekkehard Gelbert
Markus Linden antwortete
Beide Polfiltertypen polarisieren das Licht linear. Betrachtet man Licht als elektromagnetische Welle, so schwingt es senkrecht zur Ausbreitungsrichtung in alle möglichen Richtungen. Ein Polfilter sorgt – vergleichbar mit einem beispielsweise horizontal gestellten Gitter – dafür, dass nur die horizontal ausschlagenden Wellen weiter kommen. Dies führt dazu, dass bereits gegengesetzt polarisiertes Licht (zum Beispiel Spiegelungen) nicht den Sensor erreicht. Die Stärke der Sperrung wird durch Verdrehen des Polfilters reguliert.
Beim zirkularen Polfilter wird das Licht in einem zweiten Schritt durch eine weitere Schicht gelenkt und die lineare Polarisation in eine Kreisform gewandelt. Dies geschieht deshalb, weil die Strahlenteiler, die bei bei modernen Spiegelreflexkameras das Licht zwischen Sucher und Sensoren (AF- und Belichtungsmessung) verteilen, ebenfalls polarisierend wirken und letztere daher bereits linear polarisiertes Licht nicht zuverlässig auswerten können. Sie benötigen also ein zirkulares Polfilter für Ihre EOS 350D. Ein ausführliches Knowhow finden Sie übrigens in fotoMAGAZIN 8/2007. Markus Linden
26.11.2008
Fotos für die Nachwelt
Da ich viel für Chroniken und Archive fotografiere, wurde mir vor fünf Jahren eine analoge Spiegelreflexkamera empfohlen. Nun habe ich mich bei meinem Fotogeschäft in der letzten Zeit immer mal nach einer digitalen Spiegelreflex-Kamera umgesehen. Da auch mein Fotohändler von meinen Archiv-Foto-Arbeiten weiß, wurde mir aber sehr von einer digitalen Kamera abgeraten – es geht nämlich um die Haltbarkeit der Bilder. Bisher habe ich immer das beste Fotopapier dazu verwenden lassen. Bei einer digitalen Aufnahme wäre jedoch die Speicherung auf einer CD oder DVD über viele Jahre hinweg nicht gut, da diese mit der Zeit an Qualität verliert und in ca. zehn Jahren die Bilder nicht mehr vorhanden wären. Auch eine Festplatte hält ja nicht ewig und immer neu speichern wäre ebenfalls mit Qualitätsverlust verbunden. Bei einer analogen Fotografie hätte ich immer noch die Negative und da ich eben die Bilder für Archive usw. mache, sollten diese auch in hoher Qualität über Jahrzehnte erhalten bleiben. Sind Sie nun ebenfalls der Meinung, dass ich weiter analog fotografieren sollte, bzw. was für eine Lösung würden Sie mir empfehlen? Siegfried Preiser
Markus Linden antwortete
Die Speicherung digitaler Fotos ist ein interessantes und komplexes Thema. Wir werden es in einer der kommenden Ausgaben behandeln. Ich empfehle generell folgendes Vorgehen zur Sicherung des digitalen Bestandes: Doppeltes Vorhalten der Daten auf zwei Festplatten. Also einmal auf der eingebauten Festplatte mit täglicher Kopie auf eine externe Festplatte. Diese Daten müssen regelmäßig (alle zwei bis drei Monate) überprüft werden (kann mit Windows oder Mac OS erledigt werden). Bei Langzeitarchivierung werden die Daten – übrigens verlustfrei – umkopiert auf neuere Festplatten bzw. andere Speicherträger der Zukunft, und zwar immer dann, wenn sich ein neues Dateisystem oder eine neue Anschlusstechnologie durchsetzt (also jetzt z. B. von ATA bzw. USB auf S-ATA). Zur Vermeidung einer durch menschlichen Versagen oder Viren eingeschleppten Zerstörung werden in gewissen Zeiträumen (für Amateure reicht in der Regel monatlich) Backups auf CD oder DVD angefertigt. Diese werden in einem anderen Gebäude gelagert (wegen Feuer, Überschwemmung etc.).
Nichts hindert Sie daran, weiterhin Ihre wichtigen digitalen Fotos auf Papier ausbelichten zu lassen. Das kostet nicht mehr als die Entwicklung von Filmen. Die Haltbarkeit ist identisch, sofern das gleiche Papier verwendet wird. Großlabore geben ca. 100 Jahre Haltbarkeit an. Markus Linden
14.10.2008
Photoshop Elements und flickr
Ich verwalte meine Fotos mit Photoshop Elements und bin auch sehr zufrieden mit dem Programm. Was mir allerdings fehlt, ist eine direkte Export-Möglichkeit zu meinem flickr-Account. Gibt es ein Zusatzprogramm das hilft? Heiner Schimanski
Markus Linden antwortete
Für die USA liefert der Hersteller Adobe selbst ein Plug-in mit. Und da sowohl Photoshop Elements als auch flickr international gleich funktionieren, können Sie auch in Europa den direkten flickr-Export nutzen: Starten Sie den Organizer von Elements und wählen Sie unter „Voreinstellungen, Adobe Partner-Services“ den Standort „USA“ aus. Die Sprache können Sie weiterhin deutsch lassen. Nun stehen unter dem Reiter „Weitergabe“ die Einträge für die US-amerikanischen Dienstleister. Unter dem Button „Mehr Optionen“ finden Sie den flickr-Export. Hier müssen einmalig der flickr-Benutzername und das Passwort eingetragen werden. Der Rest (Bilder kleinrechnen, hochladen und Tags zuordnen) geht automatisch. Markus Linden
15.05.2008
RAW-Konvertierung
Ich bin Besitzer einer Canon EOS 5D und möchte die mit der Software Canon Digital Professional korrigierten RAW-Bilder in Photoshop weiter verarbeiten. Manfred Herrmann per E-Mail
Markus Linden antwortete
Weiter verarbeiten können Sie nur die exportierten Bilder. Canons Digital Photo Professional bietet die Möglichkeit, Fotos im Format Tiff mit einer Farbtiefe von 16 Bit zu exportieren. Diese Farbtiefe bietet Ihnen die Möglichkeit, weitere Farbkorrekturen ohne große Qualitätsverluste vornehmen zu können. Unter „Extras“ finden Sie auch einen Menübefehl, der automatisch die jeweilige Datei mit Photoshop öffnet.
Die korrigierten RAWs können Sie nur mit der Canon-Software weiter verarbeiten. Andere RAW- Programme erkennen die vorgenommenen Korrekturen (die als so genannte „Rezepte“ gespeichert werden können) nicht und öffnen die Datei so, wie sie aus der Kamera kam.
02.05.2008
4:3, 3:2, 16:9
Mir ist aufgefallen, dass bei den Seitenverhältnissen der verschiedenen Kameras ein großes Chaos herrscht. Die meisten Kompaktkameras nehmen Bilder im 4:3-Format auf, fast alle Spiegelreflexen in 3:2. Es gibt aber auch Ausnahmen: Panasonics Lumix L2 hat einen 16:9-Sensor, lässt sich aber auch 3:2 und 4:3 umstellen. Michael Harms, via Email
Markus Linden antwortete
Das von Ihnen angesprochene Chaos ist den unterschiedlichen technischen Entwicklungen verschiedener Kameragattungen geschuldet. Eines der ältesten technischen Formate ist das Seitenverhältnis von 4:3, das letztlich auf Thomas Alva Edison (und seinen Mitarbeiter William K. L. Dickson) zurückgeht, der 1889 den 35 mm-Film einführte. Bei einer querformatigen Verwendung entstanden so die ersten Kinobilder im Format 24 mal 18 Millimeter.
Daran schloss sich im 20. Jahrhundert die Röhrentechnologie mit dem bis heute üblichen TV-Bild an. Und da die ersten Digitalkameras als Still-Variante der Videokamera entwickelt wurden, verfügten sie über das gleiche Sensorformat wie die Videotechnologie.
Digitale Spiegelreflexkameras entwickelten sich aus der Gattung der Fotografie, in der der vollformatige Kleinbildfilm seit der Erfindung der Ur-Leica durch Oskar Barnack dominierend war. Hier kam mit 36 mal 24 Millimetern ein Seitenverhältnis von 3:2 zum Einsatz.
Das von einigen wenigen Kameras verwendete 16:9-Format entspricht dem modernen HD-TV-Format. Es entstand als Kompromiss aus den üblichen Kino-Breitbildformaten und sollte es ermöglichen, Kinofilme ohne Beschnitt auf dem TV-Gerät zeigen zu können. Als Foto-Format ist es daher neu, auch wenn Panoramen schon seit langer Zeit in verschiedenen Breiten existieren.
Welches Format das beste ist, lässt sich nicht generell beantworten. 3:2 kommt am nächsten an das Verhältnis des Goldenen Schnitts heran. Auch dürfen wir trotz der früheren Dominanz von 3:2 in der Fotografie nicht die Mittel- und Großformatfotografie vergessen, die schon immer mit verschiedenen Seitenverhältnissen experimentierte.
17.04.2008
Dateigröße zum Beamen
Ich möchte meine digitalen Fotos im Format 16:9 projizieren. Soll ich nun meine Fotos in voller Auflösung machen und sie später herunter rechnen oder soll ich gleich im niedrig aufgelösten HD-Modus fotografieren, den meine beiden Panasonic-Kameras anbieten? Wie erreiche ich die beste Qualität für eine Projek-tion mit einem HD-ready-Beamer mit einer Auflösung von 1280 x 720 Pixeln? Claus Schnitzer, Owingen
Markus Linden antwortete
Wenn Sie genau wissen, dass die Fotos nur für die Projektion mit diesem Beamer gedacht sind, so können Sie den HD-Modus Ihrer Kamera aktivieren. Aber je nach Modell werden die Fotos mit einer Auflösung von lediglich1920 x 1080 oder 1280 x 720 Pixeln gespeichert. Der Vorteil: Sie bekommen sehr viele Fotos auf die Speicherkarte und Ihre Kamera zeigt das 16:9-Format schon im Live-Bild an. Allerdings bleibt kein Spielraum für Bildverbesserungen wie Drehen oder Ausschnitte. Außerdem lassen sich die niedrig aufgelösten Fotos nicht qualitativ hochwertig zu Papier bringen.
Sie erreichen die gleiche Projektionsqualität, wenn Sie die Fotos in voller Auflösung aufnehmen und sie in einem Bildbearbeitungs- oder einem Dia-Show-Programm herunterrechnen. Letzteres hat den Vorteil, dass das Diashow-Progamm alle Fotos in einem Durchgang berechnet und Sie die Ausgabegröße (1280 x 720 Pixel) nur einmal einstellen müssen.
Praxis-Experte
Markus Linden