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Paris Photo 2016 Highlights: Aufmacher
© Paolo Pellegrin / Magnum Photos

Paris Photo 2016: unsere Highlights für Sie

17.02.2017

Ob die großen Inszenierungen oder behutsame Annäherungen an unsere Idee von Heimat und Natur – bei der weltweit wichtigsten Messe für Fotokunst wurden vom 10. bis 13. November 2016 die Bildikonen von morgen verkauft. Wir reisen mit Ihnen zurück zur Paris Photo 2016. Unsere Highlights? Zeigen wir Ihnen

Paolo Pellegrin: Congo, 2014

Der Kongo als surreale Weltbühne. In den Aufnahmen des Magnum-Stars Paolo Pellegrin wird das Leben derart theatralisch verdichtet, dass sich das Geschehen stets zu einem wohl komponierten Szenenbild fügt, in dem alle Gesten und Bewegungen abgestimmt scheinen. Nur Pentti Sammallahti und Sylvia Plachy produzieren ähnlich geniale Panoramen!

Entdeckt bei der Galerie Magda Danysz, Paris – Shanghai

Gregory Crewdson: Cathedral of the Pines, 2014

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Paris Photo 2016: Gregory Crewdson
© Gregory Crewdson/ Courtesy Galerie Templon & Gagosian Gallery

Von den verborgenen Abgründen und Psycho-Pfaden vor den Pforten der Kleinstadt. Nach fünfjähriger Auszeit kehrt der Meister der cineastischen Inszenierung mit „Cathedral of the Pines“ zurück auf die große Bühne der Fotokunst. Tief in den Wäldern von Massachusetts (in der Nähe des Städtchens Becket) findet Gregory Crewdson nach einem langwierigen Scheidungsprozess malerische Großtableaus und einen „ästhetischen Neuanfang“. Aufgeladene Bilder einer Auseinandersetzung mit der Natur.

Digital Pigment Print, 37 1/2 x 50 in., Edition of 3 + 2 A.P. Entdeckt bei der Daniel Templon Gallery, Paris – Brüssel

Julie Blackmon: Waiting Room, 2016

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Paris Photo 2016: Julie Blackmon
© Julie Blackmon

Und noch eine große Inszeniererin: Inspiriert vom alltäglichen Chaos ihrer Großfamilie arrangiert Julie Blackmon die Kunst des Gewöhnlichen im Stil alter flämischer Meister der Malerei. Und macht aus einem Besuch beim Tierarzt ein Motiv über die Welt im Wartezustand und das kleine Chaos auf dem Teppich, das die Vierbeiner beim Veterinär hinterlassen. Visuelle Novellen des scheinbar Beiläufigen, die das Bildformat sprengen und zur Psychostudie der US-Familie der Gegenwart werden.

Entdeckt bei der Robert Mann Gallery, New York, USA

Pieter Hugo: Portrait #16, Südafrika, 2016

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Paris Photo 2016: Pieter Hugo
© Pieter Hugo/ Courtesy of Stevenson

Neues von dem neben Roger Ballen heute wohl bekanntesten südafrikanischen Fotografen. Hugos verstörend intensive Portraits finden sich längst in einigen der besten Fotogalerien der Welt. In seiner neuen Serie „1994“ setzt er sich mit dem Konzept von Heimat auseinander. Hier begegnen uns fragende, selbstbewusste Kinderblicke direkt in die Kamera. Diese Kinder wurden 1994 in Südafrika und Ruanda geboren – einem Jahr, das für einen Wendepunkt im Kampf gegen Apartheit, aber auch für den Genozit steht.

Entdeckt bei der Stevenson Gallery, Cape Town und Johannesburg/Südafrika

Matt Black: Tulare, California, 2014

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Paris Photo 2016: Matt Black
© Matt Black/ Magnum Photos

Der über die Social Media-Plattform Instagram bekannt gewordene Matt Black ist eines der jüngsten Magnum-Mitglieder. Der Kalifornier hat mit seinen körnigen, schwarzweißen, quadratischen Bildern bereits eine ausgeprägte künstlerische Handschrift. Und macht heute bereits die Bildikonen von morgen.

Entdeckt bei Magnum Photos, Paris

Nils Udo: Sequoia Piece, Vancouver, 2012

Nils Udo schafft Natur-Ereignisse als künstlerischer „Landschaftsgestalter“. Dabei nutzt der sympathische Bayer die Gegebenheiten der Natur für seine kurzzeitigen skulpturalen Interventionen. Dieser Lyriker der botanisch geprägten Formensprache begeistert uns mit der schönsten Form von zeitgenössischer Land-Art, die mit vorgefundenem organischen Material arbeitet. Die Fotografie dient ihm dabei zur Dokumentation des Vergänglichen, wie bei „Sequoia Piece“ von seiner Installation im Botanischen Garten von Vancouver.

Pigment Print, 150 x 150 cm. Entdeckt bei Photo & Contemporary, Turin/Italien

Unsere Highlights bei Paris Photo 2016

Dieser Artikel ist in unserer Ausgabe fotoMAGAZIN 01/2017 erschienen.

Sie können bis zu drei Kameras vergleichen, um eine andere auszuwählen, entfernen Sie eine aus dem Vergleich.
Über den Autor
Manfred Zollner

Unser stellvertretender Chefredakteur Manfred Zollner gilt in der Fotoszene als "Anwalt des guten Bildes." Sein thematischer Schwerpunkt liegt in der professionellen Fotografie, seine Vorliebe gilt der Fotokunst. Die jährlich erscheinende fotoMAGAZIN EDITION mit herausragenden Fine Art-Portfolios ist sein Projekt. 1991 kam der Münchner als Director of Photography zum fotoMAGAZIN, von 2004 bis 2006 leitete er als Chefredakteur die Zeitschrift Photo Technik International.